Anwohnerschutz steht in den Sternen: Wann kommt endlich die Ortsumgehung in Hitdorf?

Veröffentlicht am 18.02.2010 veröffentlicht in: Pressemitteilungen

Eva Lux, Leverkusens 1. Bürgermeisterin, und der Kölner Landtagsabgeordnete Marc Jan Eumann fragen die NRW-Landesregierung nach dem aktuellen Sachstand.
Geplant ist die sogenannte Bernstein-Trasse zur Verkehrsentlastung der Bürger von Hitdorf bereits seit geraumer Zeit. Der Landesstraßenbedarfsplan bewertet den Bau der Ortsumgehung als ein Bedarfsplanvorhaben mit höchster Dringlichkeitsstufe. Alle Maßnahmen mit diesem Merkmal sollen bis zum Jahr 2015 abgeschlossen oder wenigstens eingeleitet worden sein.
Dass die Realisierung erforderlich ist, bestreitet aus Sicht von Leverkusens 1. Bürgermeisterin, Eva Lux, niemand. Unklar sei dagegen nach wie vor, wann die Straße kommen soll. Dabei geht es dieses Mal nicht allein um die Frage des Geldes: „Die Anwohner vor Lärm und Abgasen zu schützen und den innerörtlichen Verkehrsteilnehmern freie Fahrt zu ermöglichen, ist ökologisch sinnvoll. Die Lebensqualität der Bevölkerung hat Vorrang. Daher muss die Ortsdurchfahrt für LKWs möglichst bald gestoppt werden. Dies gelingt am besten durch die Umgehung. Das Projekt darf nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Zumal die Mittel dafür ja bereits im Straßenplan stehen.“
Transporter und Sattelzüge nutzen bislang vor allem die Hitdorfer Straße, um das Gewerbegebiet Monheim-Süd anzudienen. Sie verlassen die Anschlussstelle Rheindorf/Hitdorf und fahren dann auf direktem Wege über die Yitzhak-Rabin-Straße durch Hitdorf zu den Gewerbestandorten der Nachbarstadt. Dort beliefern sie Hefe- und Pappfabriken, ein Pflanzenschutzzentrum und mehrere Pharmabetriebe. Dieser Weg ist eine Abkürzung und wird von jedem Navigationssystem empfohlen. Um den Verstoß gegen das bestehende Durchfahrtverbot schert sich so gut wie niemand. „Notmaßnahmen helfen uns nicht weiter. Wir plädieren eindeutig für die große Lösung“, erklärte Lux.
Ursprünglich sollte das Gewerbegebiet Monheim-Süd über die gleichnamige Anschlussstelle am Autobahnkreuz A 59/A 542 und über die ausgebaute Langenfelder Straße angefahren werden. Hier passieren Transportfahrzeuge keine Wohngebiete wie in Hitdorf. Allein es nutzt kaum einer diese Route. Die Bernsteinstraße dagegen befindet sich noch im Zustand eines schmalen nicht befestigten Schotterwegs. Vorgesehen ist ihr Ausbau auf einer Länge von anderthalb Kilometern unmittelbar entlang der Kiesgruben. Die Anbindung soll über die Yitzhak-Rabin-Straße erfolgen. Auf Höhe Umlage würde die neue Straße in die Langenfelder Straße einmünden.
Die politische Beschlusslage in Leverkusen ist eindeutig. Die Ortsumgehung soll kommen. Das hat der Rat beschlossen. Jedoch stellt sich die Frage, wann es soweit sein wird. Darüber entscheidet die Landesregierung. Hier liegt die Zuständigkeit für die weitere Planung. Einvernehmen über die nächsten Schritte und mögliche alternative Lösungen, wie eine Beschilderung eines Ortsdurchfahrtverbots für Lastkraftwagen bereits auf der Autobahn A 59, konnte die Verwaltung mit dem Landesbetrieb Straßen offenbar noch nicht erzielen.
Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt möchte deshalb nun aufs Tempo drücken. Sie erhält Unterstützung durch den Kölner Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Marc Jan Eumann. Um die Möglichkeiten, die sich aus der Bedarfsplanung des Landes ergeben, nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, hat Eumann eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt: „Wir wollen wissen, mit welchem Zeithorizont die Anwohner in Hitdorf rechnen können und welche Hausaufgaben die Leverkusener Verwaltung erledigen muss.“ Sonst drohe dem Projekt ein Aufschub bis hin zum Sankt Nimmerleinstag.