Familiengründung wird immer mehr zur Standortfrage

Veröffentlicht am 21.01.2014 veröffentlicht in: Allgemeine Neuigkeiten, Bezirk III, Pressemitteilungen

In seiner Stellungnahme zum SPD-Antrag gegenüber der Presse artikulierte der Leverkusener Schuldezernent Marc Adomat, dass es keine Probleme geben würde, Ü3-Kinder in den Leverkusener Tageseinrichtungen unterzubringen. „Damit hat Adomat aus juristischer Sicht natürlich recht“ sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtbezirk III, Günter Nahl, „mittelfristiges Ziel muss es aber sein, dass die Kindergartenplätze auch dort vorgehalten werden, wo der Bedarf dafür tatsächlich und absehbar existiert. Dies im Blick zu haben und Entwicklungen zu beeinflussen, ist Kernkompetenz der Stadtverwaltung und sollte zum Wohle der Kinder und Eltern regelmäßig in den strategischen Planungen einfließen.“

Nahl hatte sich mit der Frage an die Verwaltung gewendet, wie die Jugendhilfeplanung so angepasst werden kann, dass das strukturelle Überangebot an Ü3 Plätzen im Stadtbezirk I zu einer Verbesserung des Angebots im Stadtbezirk III führt – hier fehlen laut Verwaltung 193 Plätze.

„Die soziale Einbindung der Kinder aber auch der Eltern durch einen wohnortnahen Kitaplatz ist der erste wichtige Schritt. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie wichtig es ist, dass Kinder hier schon kleine Wegbegleiter finden, mit denen sie später die Schulbank in der Grundschule drücken. Auch Eltern bilden oftmals am Wohnort ihr ‚Kindernetzwerk‘. Wir Mütter und Väter unterstützten uns oft gegenseitig, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine Organisationsherausforderung der Spitzenklasse. Grade die ‚zugezogenen‘ Familien, ohne familiäre Anbindung, sind auf ein neues Netzwerk angewiesen“, ergänzt Milanie Hengst, neue Kandidatin im Wahlkreis Schlebusch Mitte und Ost.

„Es ist weder sozialpolitisch, noch ökologisch auf Dauer verantwortbar, dass Eltern jeden Tag ihre Kinder in andere Stadtteile bringen müssen. Wir wollen Lösungsvorschläge von der Stadtverwaltung“ fordert daher der Schlebuscher Ratsherr Gerd Masurowski. Wie eine solche Lösung aussehen könnte, zeigte Nahl bereits auf: „Den geplanten Neubau der Kita an der Auermühle zu vergrößern, könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein“.

Optimierung und Vereinfachung des Anmeldeverfahrens für einen Platz in Kindertagesstätten

Veröffentlicht am 09.01.2014 veröffentlicht in: Allgemeine Neuigkeiten, Anträge, Pressemitteilungen

Die SPD-Fraktion beauftragt die Verwaltung zu prüfen, ob ein Anmeldeverfahren im Internet eingerichtet werden kann, mit dem sich Eltern für einen Platz in einer Kindertagesstätte vormerken lassen können. Dieses Verfahren soll alle Kindertagesstätten umfassen, damit das Anmeldeverfahren für die Eltern vereinfachen und die Planungsinformationen für die Stadt verbessern, indem Mehrfachanmeldungen automatisiert identifiziert und geblockte Plätze schneller wieder freigegeben werden können.

Die Suche nach einem Betreuungsplatz gestaltet sich für Eltern oft schwierig. Gängige Praxis ist, dass Eltern ihre Kinder bei mehreren Kindertagesstätten gleichzeitig anmelden und teils mehreren Kitas parallel Zusagen geben, um sicher zu sein, den bestmöglichen Platz für ihre Kinder zu erhalten. Ergebnis dieser Praxis ist, dass viele Eltern erst „in letzter Sekunde“ von ihrer Zusage wieder abspringen, was zu zahlreichen Neuvergaben und Wartelisten führt. Das bedeutet einen hohen Verwaltungsaufwand für Kita-Leitungen sowie den Fachbereich Kinder und Jugend und aufwendige Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Aus der Sicht der SPD-Fraktion wäre es ein Beitrag zur Familienfreundlichkeit der Stadt Leverkusen, das bisherige Anmeldeverfahren dergestalt zu verbessern und zu vereinfachen, dass Eltern ihre Wünsche und Prioritäten zentral und online anmelden können – auch wenn die Verwaltung in Beantwortung einer Anfrage im letzten Jahr zu einem anderen Schluss gekommen war und wenig Handlungsbedarf gesehen hat.

Die Einführung eines solchen Systems würde nämlich nicht nur Eltern, sondern auch Kindertagesstätten und Jugendämtern das Leben einfacher machen, indem es die Angebots- und Bedarfsplanung bei den Kitas und der Stadt optimiert und den Verwaltungs- und Kommunikationsaufwand senkt, weil früher als bisher ein Überblick über den Vergabestand und damit auch Auskunftsfähigkeit besteht. So haben z.B. in Bergisch Gladbach, wo die Stadt derzeit an einem Online-Anmeldesystem für Kita-Plätze arbeitet, auch die freien Träger von Kindertagesstätten signalisiert, dass ihnen eine online-Anmeldung willkommen wäre.

Eine onlinebasierte Neuregelung muss allerdings praxistauglich sein und mit Kompetenz umgesetzt werden. Zeitungsberichten zufolge planen die meisten der 396 NRW-Städte ein vereinfachtes Anmeldesystem für Kitaplätze einzuführen. Inzwischen gibt es mindestens die beiden Software-Lösungen „Kita-Navigator“ des ITK Rheinland (IT-Dienstleister Stadt Düsseldorf, Rhein-Kreis Neuss und kreisangehörige Städte/Gemeinden), die gerade auch in Münster eingeführt wird, und „Little Bird“ der regio IT (IT-Dienstleister für Kommunen, Schulen und kommunale Unternehmen der StädteRegion Aachen), die bereits in Aachen, Bielefeld und Gütersloh angewendet wird.

Über deren Praxistauglichkeit, Erfahrungen, mögliche finanzielle/personelle Aufwendungen aber auch Synergien sollte sich die Verwaltung vor Ort informieren.