Anfrage bzgl. Betreuungsplätze für Kinder im Stadtbezirk III

Veröffentlicht am 22.01.2014 veröffentlicht in: Allgemeine Neuigkeiten, Bezirk III, Pressemitteilungen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

anhand der Vorlage 2559/2013 soll der Jugendhilfeausschuss in seiner nächsten Sitzung die Betreuungsplätze in den Tageseinrichtungen für Kinder als Grundlage für die gesetzliche Förderung im Kindergartenjahr 2014/2015 festsetzen. Der dazu vorgelegte Zahlenspiegel gibt darüber hinaus eine gute Übersicht, wo es zwischen dem nach Jugendhilfeplanung errechneten Bedarf und den tatsächlich vorhandenen Plätzen  Differenzen gibt.

In der Gesamtstadt ist bei den Plätzen für unter 3-Jährige – dank der Plätze in Tagespflege – ein Überhang von 305, bei den Plätzen für über-3-Jährige allerdings ein Defizit von 122 zu verzeichnen. Im Stadtbezirk I gibt es in beiden Kategorien satte Überschüsse, im Stadtbezirk II nur ein geringes Ü3-Defizit.

Die für den Stadtbezirk III vorgelegten Zahlen allerdings spiegeln das wider, was wir täglich von Eltern hören, die vergeblich einen Betreuungsplatz für ihre Kinder suchen: Bei einem leichten Überhang der U3-Plätze beträgt das Defizit für über 3-Jährige 193 Plätze.

Vor diesem Hintergrund fragen wir:

1. Wann ist vorgesehen, die – aufgrund dieser Zahlen naheliegenden – strukturellen Änderungen an der Jugendhilfeplanung vorzunehmen?

2. Wie und wann ist damit zu rechnen, dass das Defizit an Ü3-Plätzen im Bezirk behoben bzw. wenigsten verringert wird?

3. In welcher Weise werden die Bezirksvertretungen zukünftig an der Jugendhilfeplanung beteiligt?

Mit freundlichen Grüßen

Günter Nahl
Fraktionsvorsitzender

Optimierung und Vereinfachung des Anmeldeverfahrens für einen Platz in Kindertagesstätten

Veröffentlicht am 09.01.2014 veröffentlicht in: Allgemeine Neuigkeiten, Anträge, Pressemitteilungen

Die SPD-Fraktion beauftragt die Verwaltung zu prüfen, ob ein Anmeldeverfahren im Internet eingerichtet werden kann, mit dem sich Eltern für einen Platz in einer Kindertagesstätte vormerken lassen können. Dieses Verfahren soll alle Kindertagesstätten umfassen, damit das Anmeldeverfahren für die Eltern vereinfachen und die Planungsinformationen für die Stadt verbessern, indem Mehrfachanmeldungen automatisiert identifiziert und geblockte Plätze schneller wieder freigegeben werden können.

Die Suche nach einem Betreuungsplatz gestaltet sich für Eltern oft schwierig. Gängige Praxis ist, dass Eltern ihre Kinder bei mehreren Kindertagesstätten gleichzeitig anmelden und teils mehreren Kitas parallel Zusagen geben, um sicher zu sein, den bestmöglichen Platz für ihre Kinder zu erhalten. Ergebnis dieser Praxis ist, dass viele Eltern erst „in letzter Sekunde“ von ihrer Zusage wieder abspringen, was zu zahlreichen Neuvergaben und Wartelisten führt. Das bedeutet einen hohen Verwaltungsaufwand für Kita-Leitungen sowie den Fachbereich Kinder und Jugend und aufwendige Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Aus der Sicht der SPD-Fraktion wäre es ein Beitrag zur Familienfreundlichkeit der Stadt Leverkusen, das bisherige Anmeldeverfahren dergestalt zu verbessern und zu vereinfachen, dass Eltern ihre Wünsche und Prioritäten zentral und online anmelden können – auch wenn die Verwaltung in Beantwortung einer Anfrage im letzten Jahr zu einem anderen Schluss gekommen war und wenig Handlungsbedarf gesehen hat.

Die Einführung eines solchen Systems würde nämlich nicht nur Eltern, sondern auch Kindertagesstätten und Jugendämtern das Leben einfacher machen, indem es die Angebots- und Bedarfsplanung bei den Kitas und der Stadt optimiert und den Verwaltungs- und Kommunikationsaufwand senkt, weil früher als bisher ein Überblick über den Vergabestand und damit auch Auskunftsfähigkeit besteht. So haben z.B. in Bergisch Gladbach, wo die Stadt derzeit an einem Online-Anmeldesystem für Kita-Plätze arbeitet, auch die freien Träger von Kindertagesstätten signalisiert, dass ihnen eine online-Anmeldung willkommen wäre.

Eine onlinebasierte Neuregelung muss allerdings praxistauglich sein und mit Kompetenz umgesetzt werden. Zeitungsberichten zufolge planen die meisten der 396 NRW-Städte ein vereinfachtes Anmeldesystem für Kitaplätze einzuführen. Inzwischen gibt es mindestens die beiden Software-Lösungen „Kita-Navigator“ des ITK Rheinland (IT-Dienstleister Stadt Düsseldorf, Rhein-Kreis Neuss und kreisangehörige Städte/Gemeinden), die gerade auch in Münster eingeführt wird, und „Little Bird“ der regio IT (IT-Dienstleister für Kommunen, Schulen und kommunale Unternehmen der StädteRegion Aachen), die bereits in Aachen, Bielefeld und Gütersloh angewendet wird.

Über deren Praxistauglichkeit, Erfahrungen, mögliche finanzielle/personelle Aufwendungen aber auch Synergien sollte sich die Verwaltung vor Ort informieren.